Finnische Ausbilder interessiert an Erdwärmetechnik

  

Lehrkräfte des größten Erwachsenenbildungszentrums aus Finnland tourten gestern durch Ostthüringen. Die Paitzdorfer Firma Rohn hatte eine Besichtigungsfahrt organisiert.

Von Steffen Beikirch
Gera. Wenn acht Männer vor einem schwarzen Loch hocken und interessiert hinein schauen, dann muss es etwas Technisches sein. Gestern Mittag spielte sich genau diese Szene in der Geraer Franz-Petrich-Straße 92 ab.

Auf der Baustelle waren Matti Vesalainen und seine Kollegen von der Einrichtung Amiedu aus Helsinki zu Gast. In dem Erwachsenenbildungszentrum gehen pro Tag 4000 Studenten ein und aus, sagt Vesalainen. Sie werden dort qualifiziert und auch zu Berufsabschlüssen geführt. Darunter Migranten und Menschen mit Handicap.

In Deutschland weilten die Lehrkräfte eine Woche zu Weiterbildungszwecken.

Sie besuchten unter anderem eine Fachhochschule in Berlin, die TU Dresden und die Paitzdorfer Firma Rohn. Geschäftsführer Jens Dietrich hatte eine Baustellen-Rundreise organisiert. In Gera stellte er die Erdwärme-Nutzung in einem Mehrfamilienhaus vor. Das Besondere: Die Geothermie-Bohrungen fanden direkt unter dem späteren Haus statt. Vier Leitungen bringen aus 90 Metern Tiefe zehn Grad Celsius in den Keller.

Zwei Wärmepumpen mit einer Leistung von jeweils zehn Kilowatt machen daraus später 35 bis 38 Grad, die dann auf die Fußbodenheizungen im gesamten Haus verteilt werden. Die Finnen waren begeistert von der Technik – und auch von dem Aufwand, den die Deutschen bei der Altbausanierung betreiben.