25 Jahre Mauerfall und das Helsinkiabkommen

Für den Festvortrag zum Beginn der DFG-Hauptversammlung in Gera am Donnerstag, 29.5. um 19 Uhr im „Hofgut“ , Mohrenplatz 5 , 07548 Gera konnten wir unseren Freund Dr.Siegfried Löffler gewinnen, der schon seit 1952 als Student in München der DFG beitrat, ab 1961 zwölf Jahre lang Vorsitzender der Landesgruppe Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland war und anschließend von 1974-2008 als Referent für kommunale Partnerschaften, später Beirat für Sonderaufgaben Mitglied des Bundesvorstands war. Seit 1946 in Nordhessen wohnend, kommt er gern in seine thüringische Heimat. Am 2.Mai 1929 als Sohn eines Lehrers in Schönbach bei Elsterberg geboren, wohnte er mit seinen Eltern von 1934 bis 1946 in Greiz-Dölau. Ab 1940 war er Schüler der Bismarckschule in Greiz, die nunmehr den Namen des Astronauten Ulf Merbold trägt.
Nach dem Abitur im Herbst 1949 in der nordhessischen Kreisstadt Homberg studierte er zunächst in Marburg/Lahn, dann in München Zeitungswissenschaft, Neuere Geschichte und Wirtschaftsgeographie. Am 23. Juli 1954, also vor knapp 60 Jahren, wurde er mit einer Dissertation über die Geschichte der politischen Presse im preußischen Regierungsbezirk Kassel von 1866 bis 1919 zum Dr. phil. promoviert.
Die Begeisterung für Finnland hat Löffler von seinem Vater, einem großen Freund des nordischen Landes, „geerbt“. Als sogenannter Werkstudent war er primär daran interessiert, die aktuelle Politik auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene zu kommentieren.
Im Sommer 1951 berichtete er während der Urlaubsvertretung eines Lokalredakteurs in Nordhessen über ein internationales Jugendtreffen, bei dem er die schnellsten und besten Kontakte zu den Teilnehmern aus Finnland und den benachbarten skandinavischen Ländern bekam. Er griff die Anregungen finnischer Studenten auf, sie ein Jahr später während der Olympischen Sommerspiele in Helsinki zu besuchen. Bald nach Beendigung des Studiums begann Löffler, sich intensiv mit der geopolitischen Lage Finnlands und der sich daraus entwickelten speziellen finnischen Neutralitätspolitik zu beschäftigen. In Mitteleuropa entstand Mitte der 60er Jahre ein Erklärungsbedarf, Löffler entdeckte und besetzte im richtigen Moment eine „Nische“. Die Folge waren mehr als hundert Reisen, in den 70er Jahren mindestens drei pro Jahr, nach Finnland, um alle wichtigen politischen Entscheidungen „vor Ort“ zu kommentieren. Löffler berichtete in vielen großen Tageszeitungen im deutschen Sprachraum, im Rundfunk und im Fernsehen, zunächst über die im Herbst 1969 in Helsinki begonnene Abrüstungskonferenz SALT zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion, die dem Ziel einer deutlichen Reduzierung der interkontinentalen Raketen diente. Er erlebte die Verwirklichung der von Finnland vorgeschlagenen Konferenz, der KSZE, die langfristig von der Konfrontation zwischen Ost und West zur Kooperation führte. Unter dem Stichwort „25 Jahre Mauerfall und das Helsinki-Abkommen“ soll erörtert werden, unter welchen „Geburtswehen“ sich der „Geist von Helsinki“ entwickelte, welchen Stellenwert dabei die am 1.August 1975 unterzeichnete KSZE-Schlussakte hatte.

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