Höhepunkte vom BUGA-Finnland-Tag 2007

Der Finnlandtag zur BUGA 2007 ist vorbei –  die guten Erinnerungen bleiben
(von Klaus Rudolph)

Es war ein toller Tag, oder sollte es nicht besser heißen, dass es tolle Tage waren, denn die letzten Juli-Tage standen in Gera ganz im Zeichen von Blau-Weiß. Die Gastronomie hatte finnische Gerichte im Angebot, überall konnte man Wimpelketten mit der finnischen Flagge sehen, die Kunst hatte sich am nördlichen Partner orientiert oder wurde von diesem gestaltet mit Ausstellungen, Konzerten, Gedichten und vor allem konnte man tausende Menschen treffen, die sich für die BUGA und für Finnland interessierten. Die Thüringer DFG hatte mit ihrer Bezirksgruppe Gera ein Meisterstück abgeliefert.

Der Einladung nach Gera waren viele hundert Mitglieder aus allen Bundesländern gefolgt. Maria Bürkle und Burkhart Poser standen an der Spitze der Delegation des Bundesvorstandes. Viele andere hochrangige Gäste konnten in Gera begrüßt werden: 100_0298 aus der Partnerstadt Kuopio die Stadträtin Marja Kivinen und Bürgermeister Jukka Pulkinen, Frau Botschaftsrätin Hannele Malms, Thüringens stellvertretende Ministerpräsidentin und Finanzministerin Birgit Diezel,  Bürgermeister Norbert Hein aus Gera, der Landesvorsitzende der DFG in Thüringen Dieter Hischer und viele weitere Mitglieder und Freunde der DFG.

Aber der Reihe nach!
Bereits im Laufe der Vorwoche gab es einige Ereignisse, die Aufsehen erregten, so z.B. die Eröffnung der Ausstellung in der Geraer Johanniskirche zu Luther und die Reformation in Finnland, welche anschaulich den Weg Finnlands zum „lutherischsten Land der Erde“ beschreibt.

Die Einstimmung der Besucher auf den Finnlandtag gelang mit einer Multivisionsschau von Klaus-Peter Kappest, dem sicher mancher Finnlandfreund bei einem seiner vielen Vorträge bereits begegnet ist. Er zeigte liebenswerte Menschen, die eine Landschaft zwischen Schären, Seen und Bergen im Norden Europas bewohnen und uns mit zum Teil skurrilen Dingen überraschen. Die Besucher sahen, wie sie in den warmen, beschwingten Sommerwochen Tango im Licht der Mitternachtssonne tanzten oder im Winter direkt aus der Sauna in den vereisten See sprangen, um zwischen Eisschollen um die Wette zu schwimmen. Durch ihre Welt zwischen den Schären der Baltischen See, den Wäldern an der russischen Grenze und den einsamen Weiten nahe der norwegischen Polarmeerküste, durch alle Jahreszeiten und durch die Kultur der finnischen Nordländer sowie der Rentier ­züchtenden Nomaden – der Sami – führte Klaus-Peter Kappest in seiner Live-Dia-Multivision „Finnland“.

Ein weiteres Ereignis war die Eröffnung einer gut besuchten Kunstausstellung mit Fotos und Skulpturen. Die Präsentation zeigt noch bis 20. September 2007 Werke der in Finnland geborenen Sirpa Masalin und ihres deutschen Mannes Hans-Ullrich Goller. Es wurde aber auch „Kunst im Keller“ gezeigt, nämlich zur Geraer Höhlerbienale, auf der auch zwei Künstler aus Kuopio ausstellen. Und es findet gegenwärtig noch eine Ausstellung in der Geraer Johanniskirche zu Luther und Agricola statt.

Am Vorabend des Finnlandtages gab es schließlich eine musikalisch-literarische Kostbarkeit als  Open Air im Hofgut auf dem Gelände der BUGA. Hunderte Besucher hörten die Klänge des Salonorchesters Kuopio und den Gedichten, die Sirpa Masalin in Deutsch und Finnisch vortrug, zu. Dieser laue Sommerabend verzauberte die Gäste und schließlich zog der Film „Zugvögel – einmal nach Inari“ alle in seinen Bann. Zur gleichen Zeit begeisterte die Band „Kuusimäki“ im Tivoli 1 mit Jazz, Pop und Rock in finnischer Sprache, womit sich die Bettgehzeiten in Gera den finnischen Gewohnheiten dieser Jahreszeit stark angenähert hatten.

Dennoch ging es am Finnlandtag selbst frühzeitig für die Mitglieder der DFG in Gera los. Rund um die Spielstätte im Hofwiesenpark wurde ein Informationskreis geschaffen mit einem Stand der DFG, wo man sich zum Tagesablauf, zur Tätigkeit der DFG und allem was zu Finnland interessiert informieren konnte. Dort gab es auch das Finnland-T-Shirt und die Mitglieder der DFG aus den Bundesländern erhielten einen Strohhut mit einem blau-weißen Farbband als Gastgeschenk. Am DFG-Stand konnte auch der Teilnahmeschein für das BUGA-Quizz abgegeben werden. Die Antwort lautete „Nalle“ und gewonnen hat Franziska Granderath aus Gera, die nun mit einer zweiten Person und Auto eine von Scandlines und Viking Line gestiftete Schiffsreise von Puttgarden bis Helsinki über Stockholm antreten kann. Die Überraschung und Freude der Gewinnerin zu sehen, war für die Zuschauer der Preisverleihung ein besonderes emotionales Erlebnis

Finnische Touristikanbieter hatten ebenfalls ihre Stände aufgebaut, ein finnisches Blockhaus warb um zukünftige Kunden und es gab auch einen Stand, wo finnische Rötelfarben gekocht wurden.

Pünktlich  9.45 Uhr ging es offiziell los. Auf der BUGA  wurden direkt hinter dem Veranstaltungsoval von den Partnerstädten Geras Gärten angelegt, die zu einem beliebten Ziel für BUGA-Besucher wurden. Am Garten von Kuopio begrüßten die Vertreter deutscher und finnischer Politik und die Veranstalter des Finnlandtages die zahlreich erschienen Besucher. Darunter ca. 5oo Mitglieder der DFG aus allen Bundesländern und mehr als 40 aus der Partnerstadt Kuopio. Es war natürlich toll für die Geraer solche Sätze zu hören: „Dieses Parkgelände ist selbst nach europäischem Maßstab eine ausgedehnte und bemerkenswerte Gesamtheit, ja ich traue mich zu wagen, dies als eine der wichtigsten Kultur- und Umweltwerke dieses Jahres in Europa zu bezeichnen.“,  so Jukka Pulkinen.

Nach dem feierlichen Auftakt begann ein Feuerwerk von Rahmenprogramm im und um das Veranstaltungsoval, bei dem wohl jeder auf seine Kosten kam. Während die Ehrengäste die BUGA besichtigten,   heizten Saimaa und Tuija Komi mit Gänsehautfeeling die Stimmung an. Es folgte ein Stakkato künstlerischer Darbietungen vom Salonorchester Kuopio bis zu dem jungen Startenor Petri Pöyhönen, der unter der Begleitung der Pianistin Tuuli Takkala Werke aus der Zeit um 1900 sang. Einen Höhepunkt erreichte die Stimmung, als  Gerlinde und Harald Sachse aus der Nachbarstadt Bad Köstritz mit Eleganz und sportlichem Können auf der Bühne einen finnischen Tango tanzten. 100_0346Die Veranstaltungen auf der Bühne im Hofwiesenpark wurden übrigens mit Können und Herz von Sirpa Masalin und Thomas Triemner aus Gera moderiert.

Das am Nachmittag aufziehende Gewitter konnte den in Gang gesetzten Stimmungswagen nicht mehr aufhalten. Gummistiefelweitwurf und Pölkky wurden ununterbrochen fortgesetzt, da trotz strömenden Regens immer wieder Besucher ihre Kraft erproben wollten. Hochachtung gebührt den Mitgliedern der DFG, die trotz dieser schwierigen Bedingungen ihre Aufgabe mit Hingabe erfüllten. _0012057Stellvertretend seien hier die Verantwortlichen vom Gummistiefelweitwurf und der anderen Freiluftveranstaltungen genannt. Horst Richter maß die Weite und wurde von so manchem Gummistiefel attackiert, wenngleich sich einige Gäste auch wunderten, dass ihr Stiefel in entgegen gesetzter Richtung flog.  Matthias Hischer, Gisela Richter und Harald Altenburg  und einige weitere DFG-ler, wie der neue Vorsitzende der Geraer Bezirksgruppe Klaus Franke hatten am Ende keine trockene Faser mehr am Leibe, was aber der Stimmung keinen Abbruch tun konnte.

Den Wettbewerb zwischen ca. 200 Teilnehmern haben übrigens, wie könnte es anders sein, Finnen gewonnen. Mit 34.30 m legte Hieronymus Hirväla bei den Männern und mit 22.40 Tuija Komi die größten Weiten vor.

Punkt 12.00 Uhr startete der erste gemeinsame deutsch-finnische Gottesdienst im Kirchenzelt auf der BUGA. Die Pfarrer Matthias Rüß und Miika Rosendahl hielten die Predigt und das Duo Saimaa begleitete die Veranstaltung musikalisch. Anschließend gab es einen Vortag zum Thema Kirche in Finnland.

Am Abend dann startete das Showprogramm von Kuusimäki auf der Bühne im Hofwiesenpark und schufen einen stimmungsvollen Gegenpol zur abendlichen Kälte. Und als dann der Wettbewerb im Luftgitarrespielen gestartet wurde, brodelte das Publikum. Solch ein Ereignis hatte man in Gera noch nicht erlebt. Der jüngste Teilnehmer war 9 Jahre und die älteste Teilnehmerin 52. Diese musste als Letzte ins Rennen und mischte das Publikum noch mal richtig auf. Sie tanzte und sprang mit ihrer Luftgitarre über die Bühne und begeisterte die Zuschauer, die es kaum noch auf den Sitzen hielt. Sie erhielt als ersten Preis ein von NOKIA gestiftetes hochmodernes Handy nebst einer Flasche Lapin Kulta. Es war eine schöne Geste von Kuusimäki, dass sie den 9-jährigen Karl Merkel nochmals auf die Bühne baten, um sich gemeinsam zu einem Lied von AC/DC zu verabschieden.

An dieser Stelle ist es unbedingt erforderlich, den Sponsoren zu danken, die ein solches Fest überhaupt ermöglichten. Die Schiffsreedereien und der Handyproduzent stehen neben solchen Firmen wie EXEL und Viking Line, Roland Berger Strategy Consultants GmbH , Tallink Silja Line, Kemira Chemie GmbH , FISKARS Brands Germany GmbH und viele mehr.

Vieles an Details ließe sich noch nieder schreiben, würde jedoch den Rahmen sprengen. Eines muss aber nochmals gesagt werden. Die letzten Julitage waren auf der BUGA deutlich in Blau-Weiß. Den Mitgliedern der DFG in Thüringen und in der Bezirksgruppe Gera gehört große Anerkennung für diese Leistung.

Kommentar verfassen