Höhlen oder Höhler?

Als sich Anfang Oktober Maria Bürkle in Gera vom Stand der Vorbereitung der Bundeshauptversammlung 2014 in Gera überzeugen wollte, entdeckte sie in den Programmvorschlägen einen Druckfehler. Anstelle des Besuches der Höhler, müsse es doch Besuch der Höhlen heißen. Das wiederum rief die Hiesigen auf den Plan, denn es geht tatsächlich um eine kulturhistorische Besonderheit von Gera, um ein gewaltiges Bauwerk im Untergrund der Stadt, nämlich die Höhler.

Diese wurden vom 13. bis 17. Jahrhundert von Bergleuten geschaffen, um bei gleichbleibender Temperatur Bier zu lagern. Und da der Platz in den normalen Kellern nicht reichte, wurden unter den Kellern neue Keller geschaffen. Man hielt sich dabei weder an oberirdische Grundstücksgrenzen noch an eine bestimmte Tiefe. So kommt es, dass sich unter der Stadt insgesamt 9 km Höhler befinden und der Querschnitt eher einem löchrigen Käse gleicht als einem soliden Fundament.

Heute sind die Höhler eine Touristenattraktion und viele Traditionen, Feste und Kulturveranstaltungen stehen damit im engen Zusammenhang. So findet jährlich das „Höhlerfest“ statt, das in diesem Jahr dank des Feiertages am 3. Oktober, der auf einen Donnerstag fiel, sogar 4 Tage gefeiert werden konnte. beim FestumzugUnd wie immer war die DFG mitten drin. Diesmal besonders auffällig im Festumzug des Höhlervereins, denn die Chance sollte genutzt werden, der Bevölkerung das Projekt der Herausgabe des Uppo-Nalle-Kinderbuches noch näher zu bringen. Für die auswärtigen Leser sei vermerkt, dass sich die Figur des lustigen Bären seit der BUGA in Gera im Partnerschaftsgarten von Kuopio im Hofwiesenpark befindet und seitdem tausende male mit Enkeln, Tanten, Omas und Opas, Liebespaaren und Touristen fotografiert wurde. Zur Bundeshauptversammlung sollen die ersten Exemplare der deutschen Übersetzung des finnischen Kinderbuches überreicht werden. Herausgegeben von der Thüringer DFG! Eine tolle Leistung, wenn man an die Genehmigungs-und Übersetzungshürden, die Finanzierungs-, Druck- und Layoutschwierigkeiten und andere Unwägbarkeiten denkt.

Höhlerbiennale Das Boot von Arno Arts

Höhlerbiennale Das Boot von Arno Arts

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Geraer Höhler ist die enge Verbindung mit der Kunst. Bereits zum sechsten Mal fand die Höhler-Biennale statt, bei der die Gewölbe zur Präsentation von Installationskunst genutzt werden. Diese Kunstaktion findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr zeigten 33 Künstler aus Deutschland, Österreich, Polen, Spanien, den Niederlanden und der Schweiz 29 Installationen unter dem Motto „tiefGANG“ in 4 Höhlern der Geraer Unterwelt. „Wir sind in der Kunstszene angekommen“ formulierte es Dr. Gitta Heil, Biennale Initiatorin und Festivalleiterin. Sie nahm sich auch die Zeit, um kurz nach der Eröffnung mit den DFG-Mitgliedern einen Rundgang durch die Biennale zu machen Die Gewinner-Objekte des Deutschen Installationskunstpreises bleiben übrigens noch für ein ganzes Jahr in den jeweiligen Höhlern. [von: Klaus Rudolph]